Meine Geschichte …
ein wenig Dresden in jedem Gericht
was das Echo über mich schreibt ...
Büttelborn - Deutsche, gut bürgerliche Küche mit dem gewissen Etwas“, das verspricht Enrico Heuser seinen Gästen. Bodenständig könnte man das auch beschreiben. Die Gaststätte „Zum Dorfkrug“ ist – wie der Name schon verrät – eine Art Treffpunkt in der Gemeinde Büttelborn. An diesem Abend mitten in der Woche gesellen sich gleich mehrere Runden zum gemütlichen Austausch bei – wie wir vorwegnehmen – einem guten Essen.
Das Ambiente ist stimmig. Dunkle Holzmöbel, dazu weiße Tischdecken, frische Tulpen im Väschen auf dem Tisch und dazu eine Kerze. Die Deckenlampen verströmen warmes, dezentes Licht. Auf einem alten Nähmaschinentisch sind die hochprozentigen Tropfen aufgereiht. Die Bedienung ist freundlich und aufmerksam. Der Gast fühlt sich hier gut aufgehoben.
Da fügt sich das Speisenangebot harmonisch ein. Regionale Einsprengsel wie Kochkäse-Schnitzel oder Handkäs‘ mit Musik sind genauso zu finden wie eine aktuelle Spargelkarte – der Saison gemäß. Klassiker, die man auch nicht mehr in jedem Restaurant antrifft, zum Beispiel Rheinischer Sauerbraten oder Tafelspitz, werden ebenfalls angeboten. Vegetarier haben eine gewisse Auswahl, die sich nicht nur auf Salate beschränkt.
Enrico Heuser, der bis 1990 in Dresden lebte und dann mit seiner Mutter als Sechzehnjähriger nach Berkach kam, verfügt über reichlich Auslandserfahrung. Nach seiner Lehre bei Udo Zeitz im „Hotel Fasanerie“ ging es in die weite Welt: für Fraport zu großen Events, nach Österreich und zwei Jahre lang auf die Bahamas. Nun hat der Koch den „Dorfkrug“ gepachtet.
Die Dippegucker starten mit einem Büttelborner Zwiebelsüppchen (4,40 Euro). Auf der reichlichen Zwiebeleinlage, die mit Thymian fein abgeschmeckt ist, thront ein Toastbrot sozusagen als Riesen-Crouton mit überbackenem Handkäs‘. Eine überzeugende Variante des Klassikers, die aufgrund ihrer Würze durstig macht. Dazu passt das leicht malzige, mit Röstaromen ausgestattete Landbier der Pfungstädter Brauerei. In der Spargelsaison – zumal im Ried – ist das weiße Gemüse quasi ein Muss. Die Dippegucker bestellen die Variante mit einem saftigen, panierten Schnitzel. Dazu werden fein angebratene neue Kartoffeln gereicht. Die Hollandaise kommt uns wohlbekannt vor und schmeckt sehr gut. Zum Spargel haben wir den trockenen Grauburgunder vom Weingut Kohan aus dem rheinhessischen Frettenheim ausgesucht. Eine gute Wahl.
Der Tafelspitz (13,90 Euro) kommt so aus der Küche, wie er sein soll. Garniert ist das zarte Fleisch mit Karotten-Rettich-Sticks. Als Beilage haben wir die Grüne Soße gewählt, die bestens harmoniert. Es kann aber auch die Variante mit Meerrettichsoße geordert werden. Auf den Salat mit roter Bete hätten wir verzichten können. Nicht aber auf den wunderbaren Sankt Laurent, ebenfalls aus Rheinhessen.
Den süßen Abschluss bildet der „Mohr im Hemd“ (5,70 Euro) – ein warmes Schokoküchlein mit Soße. Garniert wird die kleine Kalorienbombe mit Apfel- und Pflaumenschnitten. Der Nachtisch ist nicht spektakulär, aber lecker. Ein milder Mirabellenbrand (2,60 Euro) rundet das Essen vorzüglich ab.